wer mich kennt weiß, dass ich generell ein sehr ausgeglichener mensch bin.
ich versuche stets zu hinterfragen, welche beweggründe ein mensch für sein verhalten hat.

zeit also mal zu hinterfragen, warum die regierung so versessen darauf scheint kontrolle über das internet zu erlangen.

ein wichtiger faktor hierbei ist meiner meinung nach die tatsache, dass sie das internet nicht kennen, bzw. nur von negativen seiten.
menschen besorgen sich musik, ohne zu bezahlen, verbrecherische organisationen nutzen es als kommunikationsplattform und diverse seiten verbreiten gedankengut gegen den demokratischen grundgedanken. pornografie, bombenbauanleitungen und so weiter.
ich heiße das nicht gut, aber könnte es nicht sein, dass die regierenden das internet in diesem licht sehen?

die geschichte hat gezeigt, dass der mensch bei neuen dingen oftmals angst empfand.
so wurden z.b. die ersten kraftfahrzeuge immer von einem menschen begleitet, welcher mit einer roten laterne vorweglaufen musste.

das unsere politischen vertreter vom internet keine ahnung haben zeigt dieses video eindeutig.
null

entscheidender ist meiner meinung nach aber noch ein zweiter gedanke.
innerhalb von 4 tagen haben über 50.000 bürger einigkeit gezeigt. dies wurde oftmals mit dem satz „na ja, die sind ja auch vernetzt“ begründet, bzw. sogar abgewertet.
könnte es nicht genau der punkt sein, den die politik fürchtet?

wie funktioniert politik?
ich glaube der vorwurf, dass viele politker den bezug zum normalen volk verloren haben, ist nicht ganz von der hand zu weisen.
natürlich, politiker werden gewählt.
die erfahrung zeigte, dass zunächst wahlversprechen gemacht wurden, welche nach der wahl niemand mehr beachtete, dann hauptsächlich für lobbyisten regiert wurde um dann vor den nächsten wahlen wieder zu versprechen.
der mensch ist vergesslich… leider.
wir werden mit neuen informationen überflutet, bis die alten nicht mehr da sind.
und wie sollen wir auch unseren unmut über einzelne entscheidungen äußern?
natürlich, wenn es zu heftig wird, dann demonstrieren wir, aber meistens wird dieser unmut doch nur im bekanntenkreis getauscht.
„dies oder das ist nicht gut“… „ja, finde ich auch“ sind doch sätze, wie wir sie oftmals tauschen.
bei den nächsten wahlen erinnern wir uns dann nicht mehr daran.

hilft uns die klassische presse?
ich denke nicht, denn letztlich sind ja auch diese medien vom gutdünken der politik abhängig und versuchen lobbyarbeit zu leisten, bzw. sind lobbyisten unterworfen.
du schreibst schlecht? ok, kein interview mehr.

die tatsache, dass wir im internet vernetzt sind, ändert dies.
immerhin sind heute nicht mehr nur die nerds online, sondern millionen menschen aus verschiedensten gesellschaftlichen kreisen.
und diese vernetzte community kann innerhalb kürzester zeit widerstand organisieren.
heute ist dieser widerstand noch harmlos.
wir können uns sicher sein, dass das gesetzt zur sperrung von kinderpornografie -vielleicht leicht abgeändert- durchgedrückt wird.
oder hat auch nur einer jemals von einem politiker „tut mir leid, ich habe mich geirrt“ gehört?

aber immerhin.
die bürger, welche sich im internet organisieren, werden mehr.
mein vater ist zwar im netz aktiv, kennt aber neben google und ebay nur seiten, nach denen er gezielt sucht.
jüngere generationen sind da schon weiter.
sie kennen das internet wie ihre westentasche und pflegen schon heute viele kontakte darüber.
sie organisieren sich wie selbstverständlich über blogs, twitter oder netzwerke wie facebook und co., während politiker nicht mal wissen, dass es sie gibt.
was ist also, wenn die heutigen 16 jährigen erwachsen werden?
wenn z.b. 80% der wählenden bürger im internet vernetzt ist?

spätestens dann könnte sich das internet für die regierenden zu einem gefährlichen medium entwickeln.
was wäre, wenn sich eine partei gründen würde, welche gesetze so umsetzt, wie es die bevölkerung verlangt?
ok, ich gebe zu, ob dabei etwas gutes rauskommen würde, ist nicht sicher.

tatsache ist aber meiner meinung nach, dass das volk nun im begriff ist sich eine eigene stimme zu verschaffen.
vielleicht ist das zu hochgegriffen, aber ich glaube wir erleben just in diesem moment tiefliegende veränderungen unserer gesellschaft.
das erste mal hat sich im internet eine gruppe formiert, welche geschlossen auf ein -wie ich denke- sinnloses gesetz mit beträchtlichen gefahren hinweist.
glaubt ihr sonst hätten sich die großen medien dem thema angenommen?
etwas gegen eine maßname gegen kinderpornografie zu schreiben hätte sich niemand getraut.
so hat aber die schlagzeile „50.000 bürger gegen die geplante internetzensur“ zur recherche gezwungen und offengelegt wie populistisch die ganze aktion ist.

was auch immer passiert: wir befinden uns am anfang einer veränderung.
gratulation, generation 2.0 !!!

`

Category: blick nach draußen  Tags: ,
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2 Responses
  1. A. Klein sagt:

    Ich schenke Dir bei Gelegenheit mal ‘ne Shift-Taste ;-)

  2. volucer sagt:

    *schmunzel*
    darüber würde ich mich sehr freuen, könnte ich dann doch endlich auch großbuchstaben schreiben.

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