r1 cdu medianight

raubkopie-ist-nicht-gutauf netzpolitik.org fand ich einen interessanten poadcast von radio1 rund um das thema internet, medien, raubkopie und artikel 5 des grundgesetz.
zu wort kommen:
angela merkel
bernd neumann
dieter gorny
christian schertz
johannes b. kerner
leslie mandoki und
mathias müller von blumencron

ich möchte vor allem auf das statement von dieter gorny eingehen.
der vorstandsvorsitzender des bundesverbandes musikindustrie e.v. vertritt die interessen von ca. 350 labels (rund 90% des deutschen musikmarktes.)
dieter gorny fordert für die brd ein modell wie es frankreich zur zeit durchsetzt.
das bedeutet, wenn sich jemand im internet musik beschafft ohne diese zu bezahlen, der wird nach dem 4. mal mit internetentzug bestraft.

ich persönlich halte diese regelung nicht mal für schlecht.

natürlich hätte auch ich gerne viele hundert cd`s.
leider steht der legalen beschaffung dieser oftmals mein aktueller kontostand im wege.
aber soll ich deshalb anfangen mir diese musik gratis im internet besorgen?

seien wir doch mal ehrlich.
wer sich musik illegal beschafft, der begeht eine straftat.
stellen wir uns doch mal vor ich könnte singen (und jeder, der mich unter der dusche mal hörte weiß, dass dies nicht stimmt) und würde ein lied komponieren, welches millionen toll finden.
nun laufen diverse tauschbörsen heiß und ich lese mit freude täglich etliche fanpost.
diese freude hält jedoch nicht lange an, sie wird abgelöst von der sorge wie ich morgen meine miete zahlen kann, wie ich meinen kühlschrank fülle und hey, ich würd auch wirklich gern mal wieder ins kino gehen.

in einer funktionierenden gesellschaft galt immer das prinzip des tauschens.
ich tausche meine idee, arbeitskraft etc. gegen geld und kann mir für dieses geld etwas kaufen.
ob das tauschverhältnis immer gerecht ist steht auf einem anderen blatt, aber das prinzip funktioniert.
und auch der künstler tauscht sein talent gegen andere produkte.
umgedacht könnte man sagen, dass man den handwerker, welcher die wohnung tapeziert einfach nicht bezahlt.
wo soll das enden?

natürlich muss genau geguckt werden wie die forderungen der musikindustrie umgesetzt werden, damit wir ein gesundes verhältnis behalten.
die methode in frankreich sieht vor, dass man nach 4 illegalen downloads (vorrausgesetzt man wird erwischt) eine bestimmte zeit vom internet abgeschnitten wird.
diese präambel halte ich für vernünftiger, als unverhältnismäßig große geldbußen.

den kompletten poadcast könnt ihr hier anhören. (dieter gorny ab minute: 08:30)
[audio:http://download.radioeins.de/mp3/medienmagazin/mm20090530.mp3]


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