flutlichtflur teil 2
Author: volucer· Gelesen: 700 · heute: 4 · zuletzt: 19. November, 2008 - 20:52
wie berichtet hatte caro ja ein wenig ärger mit ihrer nebenkostenrechnung.
also sind wir gestern wie angekündigt zum mieterschutzbund gegangen.
durch die tür gegangen (natürlich erst nachdem caro noch mal schnell ins comodo rannte, weil ihr letzter besuch auf dem klo ja schon 20 minuten her war) wurden wir ins jahr 1960 katapultiert.
vergilbte tapeten, kackbraune stühle, ein kackbrauner schreibtisch in der mitte und im hintergrund kackbraune aktenregale.
am besagten schreibtisch saß eine dame, welche augenscheinlich beim entstehen der möbel schon im rentenalter war.
also erstmal hingesetzt und gewartet, bis wir dann anhand der anderen menschen (das büro war voll) merkten, dass wir uns bei der dame erst anmelden mussten.
gesagt getan.
nachdem wir die 60€ mitgliedschaft für das erste jahr bezahlten, standen wir nun offiziell auf der liste der wartenden.
nach ca 2 stunden war ich überzeugt davon, dass es besser wäre die rechnung des vermieters zu begleichen und einen kaffee trinken zu gehen und 1 stunde später hat wohl auch caro mit dem gedanken geliebäugelt. (mittlerweile wünschte ich mir auch ich hätte im comodo auch meine blase erleichtert)
bemerkenswert war auch die stimme, welche aus einem kleinen raum, welcher hinten vom “büro” abging.
nachdem nämlich einer der besucher aus diesem raum herauskam, krähte es (und wenn ich “krähte” sage, dann ist dies ganz und gar nicht eine übertreibung) aus diesem raum “der nächste. ich denk es sind so viele leute da. werdet ihr euch noch mal einig? der nächste… DER NÄÄÄÄCHSTE”
aber wie das so ist, wartet man halt bis man an der reihe ist.
der moment war da.
da wir ja wussten, dass wir die nächsten sind und diese stimme nicht noch mal hören wollten rannten wir gemeinsam los.
in diesem raum angekommen blieb mir die luft weg (und das nicht, weil wir gerannt sind)
der raum war augenscheinlich ein umgebautes klo.
eine größe von vielleicht 9qm, bis zum boden gekachelt und an einem -klar- kackbraunen tisch saß eine dame, von der mir eine beschreibung schwerfällt.
ich bin kein oberflächlicher mensch und es liegt mir fern auf körpergewicht oder ungepflegtem äußeren rumzureiten, aber da man uns vorher sagte eine juristin würde sich unseres problems annehmen, war ich doch überrascht.
vorgestellt hat sich die dame nicht, ihre einzige begrüßung war ein hingekrähtes “hinsetzen”.
“wo ist der mietvertrag”? war die nächste frage.
meine antwort, dass man uns nichts davon am telefon sagte endete bei wort “telefon”, als sie mich “höflich” darauf hinwies, dass jeder den mietvertrag mitbringen muss.
mittlerweile drückte meine blase so sehr, dass ich überlegte die alte funktion des raums wiederzubeleben und mich einfach in die ecke zu stellen. meine gute erziehung verhinderte dies jedoch und auch ein dezenter blick unter den tisch zeigte mir, dass die dame nicht auf einer kloschüssel saß, sondern auf einem stuhl in der üblichen farbe.
dennoch konnte ich sie überzeugen, dass der mietvertrag in unserem fall nicht relevant sei und sie warf einen blick auf unsere nebenkostenrechnung.
was dann geschah haute mich vom -kackbraunen- stuhl.
die dame überflog das schreiben in ca.3 sekunden und hatte schon 3 posten weggestrichen, welche heutzutage nicht mehr rechtens seinen.
dann fing sie an wie wild auf einer alten rechenmaschiene rumzuhämmern, kritzelte und strich auf dem schreiben rum und schrieb in groß die summe von 67€ in die untere ecke.
“das müsst ihr bezahlen” krähte sie.
bedanken konnten wir uns nicht, denn bevor ich überhaupt luft holen konnte, krähte sie ein “tschüss” und gleich darauf “der nächste”
zusammenfassend kann ich sagen, dass manchmal der erste eindruck täuscht, denn der ganze laden wirkte zwar als stamme er aus einer zeit, wo man miete noch mit muscheln bezahlte, die mitarbeiter waren aber extrem kompetent.
es grüsst,
mika|volucer
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ein kommentar fuer “flutlichtflur teil 2”und jetzt kommst du: |
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Mai 19th, 2008 at 16:06
Das war ein Tag!Aber Dank dieser “netten” und kompetenten Dame konnten wir uns erfolgreich aus diesem Schlamassel befreien.
Bis jetzt hat sich der Vermieter nich gezuckt und wahrscheinlich seinem Schicksal gebeugt,seinen neuen Wassertank selbst zu bezahlen.Ohne unsere (die Mieter) Hilfe.
Also nochmals VIELEN DANK Deutscher Mieterbund (tolle Erfindung)